Nach 35 Austragungen auf dem Stoppelfeld in Büsingen hat gestern der Schaffhauser Triathlon, der älteste Triathlon der Schweiz, eine erfolgreiche Premiere in der Stadt Schaffhausen erlebt.

Dass der Schaffhauser Triathlon bei seiner 36. Durchführung erstmals schon im Vorfeld ausverkauft sein würde, das war nicht zu erwarten gewesen. Mit total 1062 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wovon 995 klassiert wurden, wurde kein absoluter Rekord gebrochen, aber der neue Standort beim Salzstadel mit Strecken zum Teil in der Stadt Schaffhausen liess von der Wechselzone her gar nicht mehr zu, wie das Organisationskomitee unter der Leitung von Marcel Zürcher betont hatte. Der Wechsel von Büsingen an den Rhein in die Stadt Schaffhausen hat sich aber unbedingt gelohnt, wie viele Teilnehmer und auch die Exponenten von Politik und Wirtschaft explizit betonten. Stadtpräsident Peter Neukomm, Stadtrat ­Raphaël Rohner, Regierungsrat Christian Amsler und der stellvertretende Staatsschreiber Christian Ritzmann hatten Gelegenheit, an diesem wunderbaren Sonntagmorgen den Triathlon und damit viele faszinierende Bilder und die tolle Kulisse am Rhein hautnah mitzuerleben. Wäre der Schaffhauser Triathlon, wie seit 1984 üblich, wieder am Samstag gewesen, wäre er für einmal total verregnet gewesen …


Schreckmoment mit MS Munot

Auf zwei Motorbooten fuhren die Gäste zum neuen Startort der Kurzdistanz in der Badi Langwiesen, von wo aus die Triathleten in drei Gruppen (Teams, Männer und Frauen) ins rund 22 Grad warme Rheinwasser stiegen. Die grösste Gruppe war jene der Männer mit über 350 Schwimmern. Ein kurzer Schreckmoment entstand, weil die wegen Nebels im oberen Teil des Rheins erst verspätet an der Schifflände eingetroffene MS Munot just um 9.30 Uhr (20 Minuten zu spät) seine Fahrt aufnahm und oberhalb der Feuerthaler Brücke auf das grosse Schwimmfeld zusteuerte.

35 Jahre lang war das in Büsingen nie passiert, aber der hier breite und tiefe Rhein liess es zu, dass das URh-Schiff sich langsam und ganz rechts am Ufer am Schwimmerfeld vorbeibewegte, das von den Begleitbooten zudem etwas in die Mitte dirigiert werden konnte. Während die Teilnehmer im Wasser kaum etwas davon mitkriegten, wie nachher zu erfahren war, hatte OK-Chef Marcel ­Zürcher natürlich keine Freude daran. Aber glücklicherweise passierte gar nichts.

Der Triathlon nahm unbeirrt seinen weiteren Verlauf und führte zum Beispiel auf der Radstrecke erstmals die Buchthalerstrasse hinauf durch den alten Dorfkern Buchthalens oder später auf der Laufstrecke über die Feuerthaler Rheinbrücke, das Kraftwerk, die Passarelle beim Haberhaus, die Promenade oder über den Flurlinger Steg. «Es herrschte überall gute Stimmung», betonte mit Martin Walther, einer, der seit Langem beim Schaffhauser Triathlon an der Spitze mitläuft (Sieger Alterskategorie 2). «Ich genoss die Unterstützung der vielen Zuschauer an den Strecken.» Die Verlegung hat sich also auch deswegen ausbezahlt. Auch wenn es einige kleine Mängel gab, die OK-Präsident Marcel Zürcher fein säuberlich aufnotierte und sie für die Austragung von 2020 (am 10. August) beseitigen will, waren doch in erster Linie zufriedene, ja begeisterte Gesichter zu sehen.

Ein Blick in die Ranglisten. Nach einer längeren Verletzungspause kam Stephan Lowiner (Bülach) zum Tagessieg auf der Kurzstrecke. Pech beklagte Andy Sutz (4.), der auf dem Velo kurz vor der Wechselzone gestürzt war, aber trotz Schmerzen ins Ziel lief. Bei den Frauen setzte sich Sandra Patt (Hirzel) durch. Über die Langdistanz ­jubelte wie 2018 der St. Galler Jan Walter (Lenggenwil). Bei den Frauen setzte sich die Bernerin Melanie Maurer durch.