Für 160'000 Franken muss in der KSS der Heizkessel ersetzt werden. Das Heizaggregat bringt nicht mehr genügend Leistung und kann nicht repariert werden.

von Dario Muffler

Das Alter der Freizeitanlage KSS auf der Schaffhauser Breite zeigt sich erneut in Form einer dringend notwendigen Investition. Wie KSS-Geschäftsführer Ueli Jäger bestätigt, muss der Gasheizkessel, der die KSS sowie das Schulhaus Breite mit Wärme versorgt, ersetzt werden. Gerade erst musste ein Rohr beim Eisfeld repariert werden, und im März 2018 bewilligte der Grosse Stadtrat eine neue Traglufthalle für das Aussenbecken. Nun hat die KSS ein Problem mit ihrer Heizung. «Vor Weihnachten haben wir festgestellt, dass sie nur noch einen Bruchteil ihrer Leistung bringt», sagt Jäger. So konnte das Schulhaus Breite kurz vor den Festtagen nicht auf die übliche Temperatur geheizt werden. Zudem war das Wasser im Ausschwimmkanal der KSS kurzzeitig nur 30 statt 34 Grad warm. «Eine Reparatur ist nicht möglich, weil nicht mehr alle Ersatzteile erhältlich sind», hält Jäger fest. «Aktuell wird das Aggregat nicht mehr automatisch geregelt, sondern wir haben manuell auf Volllast umgeschaltet. Das macht das Ausfallrisiko noch grösser, sichert aber, dass man bei uns wie gewohnt schwimmen kann und der Schulbetrieb normal läuft.»

Einen Totalausfall will man um jeden Preis verhindern, weshalb man schnell handelt: Das 25 Jahre alte Heiz­aggregat, das sich im Untergeschoss des Hallenbads befindet, soll in den Sportferien ersetzt werden. «Wir nutzen die Zeit, in der das Schulhaus leer steht», so Jäger. «Dank eines mobilen Notaggregats können wir garantieren, dass es bei uns zu keinen Einschränkungen kommt.»

Die neue Heizung soll 160'000 Franken kosten. Diese Investition soll der Stadtrat an seiner nächsten Sitzung am Dienstag bewilligen. Stadtrat Raphaël Rohner (FDP), dessen Bildungs- und Sportreferat mit der Ausarbeitung des Antrags betraut wurde, sagt: «Es handelt sich um eine unmittelbar gebundene Ausgabe.» Das bedeutet, dass der Stadtrat die Investition tätigen darf, weil sonst der Betrieb nicht aufrechterhalten werden kann. Das Parlament muss in diesem Fall nicht konsultiert werden.


Wegen Vorlage hinausgeschoben

Sowohl Rohner als auch Jäger trifft die Hiobsbotschaft der serbelnden Heizung nicht ganz unerwartet: «Das Aggregat befindet sich auf der Investitionsliste der KSS», sagt Jäger. «Gemeinsam mit der Stadt hat man aber entschieden, dass gewisse Positionen nicht mehr ersetzt werden, weil bald die Vorlage zu einer Sanierung oder einem Neubau kommen soll. Man ist sich des damit verbundenen Risikos für kurzfristige Ausfälle aber bewusst.» Rohner dazu: «Wenn ein Hauseigentümer eine Totalsanierung plant, wechselt er nicht im Jahr davor sämtliche Fenster aus, wenn sie nicht gerade in sich zusammenfallen.»

Jäger übt zwar leise Kritik daran, dass die Investitionen in die KSS mehrmals aufgeschoben wurden, sagt aber: «Die Verzögerung im Projekt ist auch in unserem Sinne.» Erst im Juli 2017 brachte die Baufachkommission des Grossen Stadtrats die Idee eines Neubaus ins Spiel und wies die Planungskreditvorlage für eine reine Sanierung an den Stadtrat zurück. «Zuvor hatte niemand den Mut, an einen etwas teureren Neubau zu denken und zu akzeptieren, dass die Sanierung Unsinn ist», so Jäger. «Jetzt wissen alle, dass ein Neubau mindestens 20 Jahre länger hält und nur so die heutigen Bedürfnisse erfüllt werden können.»