Die neue Wintersauna ist ein erster Schritt zur «moderaten Entwicklung» der Rhybadi. Der wirtschaftliche Erfolg stehe vorerst nicht im Vordergrund, heisst es bei der Stadt Schaffhausen.

von Isabel Heusser

Schuhe ausziehen! Wer das Saunafass von innen besichtigen will, darf das nur in Socken tun. Es riecht nach Holz, durch die Glasscheibe ist im Hintergrund der Munot zu sehen. Noch ist der Ofen kalt, aber Holzkessel und Kelle liegen bereit. Heute geht es los: Die neue Wintersauna in der Schaffhauser Rhybadi nimmt ihren Betrieb auf. Zu den Ersten, welche die Sauna testen werden, dürfte Finanzreferent Daniel Preisig gehören. «Meine Vorliebe fürs Saunieren ist bekannt, ich wurde schon als Saunareferent bezeichnet», sagte Preisig bei der gestrigen Präsentation lachend und spielte damit auf ein Postulat an, das er im Jahr 2010 als Grossstadtrat der JSVP eingereicht hatte: Darin träumte er von einem ganzjährig nutzbaren Wellnessbereich in der Rhybadi.

Diesen wird es nicht geben. Mit der Wintersauna will die Stadt die Rhybadi «moderat» entwickeln, nachdem die Schaffhauser eine umfassende Aufwertung im Juni 2012 an der Urne abgelehnt haben. «Schlicht und naturnah» soll das Angebot daherkommen, so Preisig. Die Stadt freue sich, eine Sauna in traditionellem und historischem Ambiente anbieten zu können, ergänzte Bildungsreferent Raphaël Rohner: «Es ist sicher die Sauna mit der schönsten Aussicht.»

«Ich wurde schon als Saunareferent bezeichnet.»

Daniel Preisig, Finanzreferent

Herzstück bilden die zwei Saunafässer direkt am Rhein – eines kann gemischt genutzt werden, das andere nur von Frauen. Dazu wurden zwei Jurten aufgebaut. In einer befindet sich das Bistro, in der anderen sind Liegestühle aufgestellt. Nach dem Saunagang kann man sich im kleinen Becken abkühlen. Vorbild für das Konzept ist die Basler «Sauna am Rhy», die ebenfalls nur im Winter betrieben wird.


Sauna von den Freunden Finnlands

Betrieben wird die Sauna vom Pächterteam der Rhybadi. Bei der Planung habe man bald festgestellt, dass zwei Saunafässer mit insgesamt 16 Plätzen wohl nicht ausreichen würden, sagte Luca Padovan gestern. Deshalb ist die Schaffhauser Gruppe der Schweizerischen Vereinigung der Freunde Finnlands eingesprungen: Sie stellten eine kleine Sauna mit fünf bis sechs Plätzen zur Verfügung, die etwas versteckt bei den Lernschwimmbecken aufgebaut wurde. Trotz erhöhter Kapazität empfiehlt Padovan eine Reservation. «Wir möchten niemanden abweisen.»

Die Rhybadi-Sauna solle andere Angebote in der Region nicht konkurrieren, sagte Preisig gestern. Mit dem Wellnesspark Aisuma der KSS gibt es sogar eine  Zusammenarbeit: Saunameisterin Carina Neumer wird die Aufgüsse in der Rhybadi anleiten.

Der Grosse Stadtrat hatte im Budget 2018 90 000 Franken für die Sauna und 50 000 Franken für die Wintertauglichkeit bewilligt. Ob die Sauna Zukunft hat, hängt nicht allein vom wirtschaftlichen Erfolg ab, so Preisig. Diesen zu erreichen, sei bei so einem kleinen Betrieb eher schwierig. ­«Natürlich würden wir uns über einen kleinen Gewinn freuen.» Im Vordergrund stehe aber, wie die Sauna bei den Gästen ankomme. «Wir haben im Vorfeld Gespräche mit den Stammgästen geführt, um ihre Meinung abzuholen.»

Einer von ihnen ist SP-Kantonsrat Matthias Freivogel. Er lobte beim gestrigen Rundgang die zurückhaltende Gestaltung der Sauna. «Solange sie im Sommer wieder verschwindet, stimmt es für mich.» Das ist vorgesehen: Die Wintersauna werde eine Wintersauna bleiben, versicherte Preisig

sn 20181101

Daniel Preisig (links) und Raphaёl Rohner im Jurten-Bistro mit Cheminée.