In der Stadt Schaffhausen sind an drei Standorten frei zugängliche Bücherschränke aufgestellt worden. Diese sollen der Bevölkerung die Möglichkeit geben, Bücher abzugeben und mitzunehmen.

von Elena Stojkova

Der neue Bücherschrank an der Fäsenstaubpromenade sticht durch sein noch helles Holz schon von Weitem ins Auge. Die Bücher sind ordentlich aufgestellt und sehen noch ungebraucht aus. Seit gestern Morgen können Schaffhauserinnen und Schaffhauser hier, im Mosergarten und vor der Bibliothek Agnesenschütte Bücher abgeben und mitnehmen. Es sind gut erreichbare Orte, die Sitzgelegenheiten bieten und zum Verweilen und Lesen einladen sollen. Die Bücher dürfen aber auch mit nach Hause genommen werden. «Meist gleicht es sich von selbst aus: Einige bringen Bücher, andere holen nur, viele machen beides», sagt Oliver Thiele, Bereichsleiter Bibliotheken. Die Idee, den bereits an vielen Orten bekannten Bücheraustausch auch in die Stadt Schaffhausen zu holen, hatte Bildungsreferent Raphaël Rohner. Das Konzept funktioniere andernorts gut und sei beliebt. Zusammen mit Oliver Thiele und Felix Guhl, Bereichsleiter Grün, wurde die Idee nun umgesetzt.

«Das Prinzip ist: Hol ein Buch, bring ein Buch, lies ein Buch», sagt Rohner. Ein Buch vermittle Kultur, ermögliche Diskurs. «Das Ziel ist, dass die Bevölkerung wieder vermehrt an das Buch denkt – neben PC und Handy.» Die Stadt Schaffhausen biete Spiel, Sport und Erholung, und die Bücherschränke seien eine Erweiterung und Aufwertung des Freizeitprogramms, sagt Guhl.


Alle Bücher willkommen

Die Bibliotheken Schaffhausen haben eine Auswahl an Büchern für den Austausch an den drei neuen Bücher­regal-Standorten zur Verfügung gestellt. Oft müssen sie Bücher aussortieren oder bekommen welche geschenkt, die sie schon besitzen. Diese eignen sich gut für die Bücherschränke. Die Tiefe der Holzmöbel und das vorstehende, schräg nach hinten abfallende Dach sollen die Bücher vor Regen schützen. Mitarbeiter der Bibliotheken werden mindestens einmal pro Woche ein Auge auf die Bücherschränke werfen, um zu sehen, wie der Austausch läuft. «Es sollten keine obskuren Pamphlete in den Schränken stehen, aber solange die Bücher nicht verboten sind, gibt es von unserer Seite keine Zensur», meint Thiele. «Wenn es gut ankommt, kann ich mir vorstellen, dass ein weiterer Bücherschrank auf dem Herrenacker aufgestellt wird», fügt Rohner hinzu.

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Felix Guhl, Oliver Thiele und Raphaёl Rohner (von links) stellen den neuen Bücherschrank an der Fäsenstaubpromenade vor. Bild: S. Hoffmann