Das Forum Schaffhau­ser Autoren feierte auf dem Schloss Charlottenfels sein Jubiläum. Das Publikum war gespaltener Meinung über die vorgetragenen Texte.

Autor: Jurga Wüger

«Das geschriebene Wort und eben das Buch, der Gedanke, das persönliche Gedankengut, das dahinter steht, sind für uns alle zu einem wichtigen Teil unseres Lebens geworden.» Mit diesen Worten gratulierte Stadtrat Raphaël Rohner im Namen der Stadt und des Regierungsrates dem jubilierenden Verein Forum Schaffhauser Autoren (FSA). Der Präsident des Zürcher Schriftstellerinnen- und Schriftsteller-Verbandes, Al’Leu, lobte die «lite­rarische Schaffenskraft Schaffhausens» und freute sich über den Austausch über die Kantonsgrenzen hinaus. Vor 16 Jahren, 2002, als das FSA ins Leben gerufen wurde, wurde die Autorenvereinigung zu einem Verein. Nach zahlreichen Präsidentenwechseln in den darauffolgenden Jahren, teilten sich Vroni Beetschen und Doris Host seit 2011 das Co-Präsidium. Seit der diesjährigen Generalversammlung präsidiert Vroni Beetschen alleine.


Die Jubiläumsfeier auf dem Schloss

Der Einladung zur Jubiläumsfeier «Im Banne des Wortes» auf dem Schloss Charlottenfels folgten rund 100 Gäste. Für den würdigen musikalischen Rahmen sorgte Alexandra Brügger mit ihrer Harfe. Den literarischen Anfang machte Autor Edwin Burger mit einem historischen Vortrag über Schaffhausens Entstehungsgeschichte. Eine Kurzgeschichte über einen Ägypter, der illegal auf dem Dachboden eines Bürogebäudes sein neues Zuhause gefunden hat, stammt aus Kathrina Redmanns Feder. Es folgten Gedichte, Prosatexte, eine karmisch angehauchte Erzählung über ein Nahtoderlebnis und ein Fast-Krimi über die Macht der Worte, die nicht bei jedem Wirkung zeigen.

Nach dem Schlusswort der Präsidentin lud der Verein alle Gäste zum Apéro riche ein. Unter den Gästen fiel das Urteil über den Inhalt, die Art des Vortragens und die literarische Qualität des Vorgelesenen unterschiedlich aus. Die Meinungen reichten von «Grossartig» bis hin zum «Niveau eines Viertklässlers». Doch die Kritik ist kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Im Gegenteil. Das FSA zeigt seit mehr als einem Jahrzehnt auf, was die Menschen in der Region bewegt, und sorgt dafür, dass das geschriebene Wort von vielen gehört und geschätzt wird.