In einem Mitwirkungsprozess will die Stadt Schaffhausen eine neue Kulturstrategie entwickeln. So soll festgelegt werden, was in den nächsten zehn Jahren gefördert wird.

von Daniel Jung

Die Stadt Schaffhausen möchte bis zum Sommer 2018 eine neue Kulturstrategie entwickeln. Dafür wird ein breit angelegter Mitwirkungsprozess gestartet. Den Auftakt macht ein erster öffentlicher Kulturworkshop, der am Donnerstag, den 30. November, ab 18.30 Uhr in der Kammgarn-Aktionshalle stattfindet. Hierzu lädt die Stadt alle Interessenten ein.

Die Veranstaltung soll offen sein für Veranstalter, Kulturmacher, Künstler, Publikum, Kulturförderer und Sponsoren. «Wir möchten einen möglichsten breiten Teilnehmerkreis erreichen – über die Generationen und Sparten hinweg», sagt der städtische Kulturbeauftragte Jens Lampater. Am Anlass, der von Matthias Wipf moderiert wird, sollen dann möglichst viele Interessen aus dem Kulturbereich abgeholt werden. Es wird Workshops und eine Podiumsdiskussion geben. «Es soll ein erster offener Austausch sein», so Lampater.


Kulturpolitische Ziele bis 2030

Die neue Strategie soll dann die kulturpolitischen Ziele, Handlungsfelder und Entwicklungsperspektiven der Stadt Schaffhausen bis 2030 umfassen und der städtischen Kulturförderung sowie den städtischen Kulturinstitutionen als Grundlage dienen. «Es geht darum, die Chancen und Risiken der nächsten gut zehn Jahre einzuschätzen», sagt Lampater. Dazu müsse definiert werden, wie sich die städtischen Institutionen verhalten müssen.Verfasst wird die Strategie von der städtischen Kulturkommission. Darin vertreten sind Stadtrat Raphaël Rohner (Präsident), Helene Bieler, Cornelia Wolf, Beat Junker, Roland E. Hofer, Ursula Stamm und Jens Lampater.Nach dem Kulturworkshop vom 30. November wird die Kulturkommission einen ersten Entwurf vorlegen, welcher im Frühjahr 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt wird. «Im Anschluss daran werden wir mit ver­schiedenen Gruppen – etwa dem ­Kulturbündnis, dem Kunstverein und anderen Vereinen – weiter ins Detail gehen», sagt Lampater. Voraussichtlich wird später auch eine zweite öffent­liche Veranstaltung stattfinden. Nach der offiziellen Vernehmlassung soll die Strategie dann im Sommer 2018 vom Stadtrat verabschiedet werden.


Konzept von 2002 wird ersetzt

Die neue Kulturstrategie soll das bisherige Kulturkonzept der Stadt, «KulturRaumSchaffhausen», aus dem Jahr 2002 ersetzen. Die Titelseite jenes Dokuments schmückte ein Bild aus den Hallen für Neue Kunst, die 2014 geschlossen wurden. Im 28-seitigen Dokument wurden verschiedene Leitlinien definiert, die heute zum Teil nicht mehr aktuell sind. So war damals etwa die Zusammenlegung der städtischen Institutionen Museum, Stadttheater und Kulturdienst vorgesehen. Ebenso war damals geplant, eine jährlich ­wiederkehrende «SchaffhauserKultur­Woche» einzuführen. Auch wollte die Stadt einen «SchaffhauserKulturPreis» schaffen. Mit dem Kulturkonzept wurden aber auch die heute gültigen Förderstrukturen initiiert und das Instrument der Leistungsvereinbarung gestärkt, das sich fest etabliert hat.


Neues Besucherverhalten

Klar ist jedoch: Seit 2002 hat sich im Schaffhauser Kulturleben sehr viel getan. «Es sind sehr viele neue Angebote und Player im Kulturbereich dazugekommen», sagt Lampater. Auch habe sich das Besucherverhalten im Zeitalter der Smartphones verändert. «Es war in der Kulturkommission schon länger ein Wunsch, das Konzept von 2002 zu überprüfen», sagt Lampater. Vor 15 Jahren sei etwa die Angebotsvielfalt in der Stadt noch deutlich kleiner gewesen. Daher müsse man nun auch über Fragen der Vielfalt und der Qualität neu diskutieren, sagt er.Neben der Kulturstrategie wird derzeit auch eine neue Museumsstra­tegie erarbeitet. «Es ist eher angestrebt, dass die Kulturstrategie und die ­Museumsstrategie sich ergänzen», so Lampater.