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Der Stadtrat und städtische Mitarbeitende haben heute zusammen die Grundsteinlegung für den Neubau im Stadthausgeviert gefeiert. Unter anderem sind drei Zeitkapseln in das Fundament eingebaut worden.

von Tobias Bolli

«Dieses Haus ist halb zerfallen und es knarrt und stöhnt und weint.» Die Schülerinnen und Schüler des Schulhauses Hohberg und Zündelgut mussten den Liedtext von «Das alte Haus von Rocky-Docky» kaum abändern, um auf den Zustand des Stadthausgevierts Bezug zu nehmen. Auf dem Fundament des Neubaus stehend, spielten die Schulklassen aber nicht nur auf die alten Gebäude an, sondern sangen an der Grundsteinlegung des Verwaltungsneubaus auch von diesem neuen Haus. Ende 2023 soll es das Stadthaus und das Haus zum Eckstein verbinden und grosse Teile der Verwaltung, darunter die Einwohnerkontrolle, das Zivilstandsamt, die Stadt- und Baupolizei sowie die Stadtplanung, an einem Ort zusammenführen.

«Viele unserer politischer Vorgänger haben sich erfolglos an diesem Projekt versucht», sagte Stadtpräsident Peter Neukomm in einer Ansprache. Dieses Projekt nehme nun Gestalt an. «Endlich sieht man erste Konturen und kann sich vorstellen, wie das später aussehen wird.» Lobend erwähnte er den im Bau befindlichen Wärmeverbund, der das Stadthaus mit erneuerbaren Energien beheizen wird. Von der Zusammenführung der Kernverwaltung erhofft sich Neukomm einen direkten Austausch über die Abteilungs- und Bereichsgrenzen hinaus, der das gegenseitige Verständnis innerhalb der Verwaltung sicher fördern werde. Voraussichtlich 165 Arbeitsplätze sollen hier angesiedelt werden.

Covid-Tests und Masken für die Nachwelt

Finanzreferent Daniel Preisig (SVP) sprach von einem historischen Tag für Schaffhausen. Das Projekt sei ein Ausdruck der Investitionslust der Stadt. «Wir hoffen, dass wir weiterhin in der Lage sein werden, so viel zu investieren.» Hier werde schon bald die Umgestaltung der Rheinuferpromenade geplant und die Ansiedelung einer Universität erwogen, meinte Preisig. Darauf wurden drei Zeitkapseln im Fundament versenkt. Die Nachwelt wird darin einmal Zeitungen, Fotos und Baupläne finden können – sowie Gesichtsmasken und Covid-Tests.

Laut Baureferentin Katrin Bernath (GLP) kommen die Bauarbeiten gut voran. Wegen archäologischer Funde – bei den Bauarbeiten sind unter anderem Gräber zu Tage getreten – werde das Projekt indes um «vielleicht zwei Monate» verzögert. Ausserdem sei infolge der Teuerung mit einer gewissen Kostensteigerung zu rechnen, zumal sie sich im Baubereich besonders stark bemerkbar mache. «Dabei kommt es vor allem darauf an, wann ein Unternehmen das Material bestellt hat», so Bernath. Erfolgte die Bestellung nach dem Anstieg der Teuerungskurve, kann sich das in den Kosten niederschlagen. Die Grundsteinlegung wurde auch mit zwei Böllerschüssen von der Munotzinne gefeiert. Bei der Einweihung der neuen Gebäude wünsche er sich dann mindestens zehn Schüsse, scherzte Bidlungsreferent Raphaël Rohner (FDP).

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Legten zusammen den Grundstein für den Neubau: Daniel Preisig, Katrin Bernath, Raphael Rohner und Peter Neukomm (v.l.). Bild: Selwyn Hoffmann