Schaffhauser Nachrichten: Reservetöpfe geraten unter Beschuss

22. Juni 2022

Die Politik schaffte in den letzten Jahren Geldtöpfe für ganz verschiedene zukünftige Vorhaben und Situationen. Nun...

Zufriedene, allerdings auch nachdenkliche Gesichter nach der Schweizer Premiere des Stücks «dÄmonen» des Theater Sgaramusch: Wie steht es denn eigentlich, um die eigenen Dämonen, schien man sich zu fragen.

von Andreas Schiendorfer

«Wie geht es dir?», sagt man zur Begrüssung, und fragt man auch am Freitagabend im Foyer der Bachturnhalle. Die Frage ist gut gemeint, doch wenn die Antwort lautet: «Mir geht es nicht so gut», folgt meist die grosse Ratlosigkeit, auf beiden Seiten. Über Geld redet man nicht gerne, doch auch nicht über die inneren Dämonen wie Zweifel, Trauer, Wut, Depression oder Einsamkeit. Daran hat sich im Zeitalter der sozialen Medien nichts geändert, ganz im Gegenteil. Vielleicht aber kann Bewegung, kann Theater Abhilfe schaffen. Wirksamer noch, als die Dämonen wegzutanzen, ist es, sich ihnen zu stellen, mit ihnen zu leben lernen. Dämonen gehören zum menschlichen Wesen.

Mir geht es nicht so gut, bekommt auch Nora von Yves per Handy zu hören, er kann nicht kommen, sie fühlt sich im Stich gelassen, rastet aus, lautstark, wie soll sie das alles ganz alleine schaffen? Zum Glück hilft ihr ein Mann aus dem Publikum beim Aufblasen der Ballone. Regisseurin Hannah Biedermann gönnt dem Publikum keinen geruhsamen Einstieg in das schwierige Thema. Man ist vom ersten Moment an mittendrin und hat während einer Stunde keine Chance, gedanklich auszusteigen, und wenn das Stück vorbei ist, merkt man es kaum, irgendwie scheint es nahtlos weiterzugehen, man bleibt involviert.

Bei anhaltendem Applaus verschafft einem die Blumenübergabe durch Produktionsleiterin Cornelia Wolf aber eine willkommene Atempause. Und danach ist sich das Premierenpublikum einig, die mentale, körperliche und tänzerisch-schauspielerische Leistung von Nora Vonder Mühll und Yves Thuwis ist tief beeindruckend, und dass sich Stefan Colombo ganz auf die anspruchsvolle Technik konzentriert, ist verständlich und lohnt sich. Die Spezialeffekte gehören zum Stück wie das stete Umkleiden und Verwandeln der Protagonisten.

Für Schulklassen geeignet

Bekanntlich will das Theater Sgaramusch nicht nur Erwachsene ansprechen, sondern auch Schüler und Jugendliche. Die Schulklassen im Kanton machen denn auch vom Angebot, die jeweiligen Vorstellungen gratis zu besuchen, rege Gebrauch. Bei «dÄmonen» ist es hilfreich, dass Stefan Colombo theaterpädagogisches Begleitmaterial zusammengestellt hat.

Dass es möglich ist, mit Jugendlichen über die inneren Dämonen zu sprechen, bestätigt Lydia Tollkühn, Koordinatorin des Kleinprojektefonds der Internationalen Bodenseekonferenz, Premierenbesucherin wie der städtische Kulturreferent Raphaël Rohner und der kantonale Kulturbeauftragte Roland E. Hofer. Die Internationale Bodenseekonferenz habe das Theaterprojekt finanziell unterstützt, weil es bereits im ­Vorfeld wertvolle Begegnungen über die Landesgrenzen hinweg ermöglicht habe. Da «dÄmonen» eine internationale Produktion ist, geht das Theater Sgaramusch nun auf Tournee.

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