Bockonline: Grundstein für den Neubau im Stadthausgeviert gelegt

04. Oktober 2022

Stadtrat und städtische Mitarbeitende haben heute zusammen die Grundsteinlegung für den Neubau im Stadthausgeviert...

Das Parlament erteilt einer Volksmotion für Gratis-Eintritte in die Schaffhauser Badis eine Abfuhr. Die einen kritisieren die Gratismentalität, andere befürchten, das Angebot könnte zu viele Nutzniesser anlocken.

von Andreas Kurz

«Happige 8 Franken» müssen 16-Jährige heute für den Eintritt ins KSS-Freibad bezahlen. Für Familien, die auf ihr Geld achten müssen, sei das viel, argumentieren die Initianten der Volksmotion «Chind id Badi!». Sie wollen, dass Kinder und Jugendliche in der Sommersaison künftig gratis in die Schaffhauser Freibäder können. Ein Badi-Besuch sei nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, die Stadt würde dadurch auch einen Beitrag zur Volksgesundheit und Sicherheit im Wasser leisten, so die Motionäre. Zudem sei das Gratis-Angebot ein kleiner Anreiz, der die Stadt Schaffhausen für Familien mit Kindern attraktiver machen würde. Die Mindereinnahmen bewegten sich voraussichtlich «im tiefen fünfstelligen Bereich». Ein Betrag, der von der Stadt problemlos übernommen werden könne.

Am Rhein ist Baden fast überall gratis

Der Stadtrat stellte sich am Dienstag gegen das Ansinnen. Bildungsreferent Raphaël Rohner (FDP) anerkannte an der Parlamentssitzung zwar den Wert sinnvoller Freizeitgestaltung am und im Wasser. Weil Schaffhausen am Rhein liege, trage die Stadt eine Verantwortung. «Es ist lebenswichtig, früh schwimmen zu lernen.» Dafür gebe es aber die Schwimmlektionen an der Primarstufe.

Der Vergleich mit Bädern in anderen Städten zeige, dass die Eintrittspreise in Schaffhausen vergleichbar seien. Für Kinder von 6 bis 15 Jahren koste der Eintritt in der KSS auch nur 4 Franken, in der Rhybadi sogar nur 2 Franken. Schätzungen zufolge würden der Stadt durch die Gratis-Eintritte, von denen nicht nur Stadtbewohner profitieren würden, Einnahmen von bis zu 170'000 Franken pro Jahr entgehen. Für Badegäste mit tiefen Einkommen gebe es ausserdem die Kulturlegi. Rohner erinnerte zudem daran, dass der Rhein auf praktisch der ganzen Länge öffentlich zugänglich ist.

Till Hardmeier (FDP) bezeichnete die heutigen Preise in der Debatte als moderat. Ausserdem habe sich sogar die bekanntlich linke Stadt Zürich gegen Gratis-Eintritte für die Badis ausgesprochen. «Unsere Fraktion sieht keinen Handlungsbedarf.» Michael Mundt (SVP) sah im Volksbegehren einen beunruhigenden Trend. «Immer mehr muss gratis sein», sagte er. «Sich etwas hart erarbeiten ist nicht mehr gefragt.» Für viele sei es offenbar selbstverständlich, dass der Staat für alles aufkomme. Verzicht sei eine Kunst, die heute fast niemand mehr beherrsche. «Kinder aus ärmeren Familien müssen schon auf genug verzichten, da könnt ihr sicher sein», entgegnete Marco Planas (SP). Seine Fraktion habe grosse Sympathien für die Volksmotion. «Sportangebote müssen für alle zugänglich sein, unabhängig der finanziellen Verhältnisse», sagte Planas. Angela Penkov (AL) gestand ganz offen: «Wir sind Fan von Gratisangeboten.» Für ihre Partei sei es eine kleine Standortförderung und ein kleiner Schritt hin zu einer kinderfreundlichen Stadt Schaffhausen.

Nächster Vorstoss bereits lanciert

Das Zünglein an der Waage bildete die Ratsmitte. Christoph Hak (GLP) drehte bei seinem Votum eine argumentative Pirouette. Gratis-Badis gebe es auch in anderen Gemeinden, startete er. Selbst die Rhybadi sei früher für Schulkinder an ihrem freien Nachmittag gratis gewesen. Familien zu entlasten sei zudem immer eine gute Idee. «Kinder kosten sehr viel Geld. Es wurde schon dümmer Geld ausgegeben.» Den Ausschlag gab am Ende offenbar aber ein anderer Aspekt: An schönen Sommertagen seien die Verhältnisse auch ohne Preisreduktion beengend. «Wir möchten nicht noch mehr Leute anlocken mit Gratis-Eintritten», sagte Hak. Wäre das Angebot nur für Schaffhauser, würde man es hingegen unterstützen.

In der Abstimmung wurde die Volksmotion mit 12 zu 21 Stimmen abgeschrieben. Weil Marco Planas noch während der Sitzung ankündigte, im Falle einer Ablehnung sogleich ein offener formuliertes Postulat einzureichen, dürfte das Parlament schon bald wieder über die Gratis-Eintritte in die Badi diskutieren.

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