Schaffhauser Nachrichten: Reservetöpfe geraten unter Beschuss

22. Juni 2022

Die Politik schaffte in den letzten Jahren Geldtöpfe für ganz verschiedene zukünftige Vorhaben und Situationen. Nun...

Der Neuhauser Urs Wohlgemuth übernimmt von Marcel Sonderegger das Präsidium der kantonalen FDP. Er tritt keine einfache Aufgabe an. Der Partei ist es in den letzten sechs Jahren nicht gelungen, in Bern wieder eine Rolle zu spielen, und auch lokal ist sie unter Druck.

von Regula Lienin

Sechs Jahre amtete Marcel Sonderegger als Parteipräsident der kantonalen FDP. An der gestrigen Parteiversammlung in der Schaffhauser Reithalle Hohberg wählten die 36 anwesenden Delegierten Urs Wohlgemuth zu seinem Nachfolger. Der 51-Jährige aus Neuhausen führt zusammen mit seiner Frau die Firmen Druckwerk und Unionsdruckerei in Schaffhausen.

Seit 15 Jahren lebt Wohlgemuth, der aus dem Zürcher Unterland stammt, im Kanton. Er startet als weitgehend Unbekannter im Politbetrieb, Parteimitglied ist er seit einem Jahr. «Ich bin langsam reingerutscht und dann gleich in starkes Fahrwasser geraten», sagte er. Man habe ihm den Einstieg aber auch einfach gemacht. Der Unternehmer kandidierte letztes Jahr für den Kantonsrat und den Einwohnerrat Neuhausen. Sich selber beschrieb er vor den Delegierten als Brückenbauer und Teamplayer, der auch mal provozieren könne.

Beitrag im Schweizer Fernsehen

Marcel Sonderegger hielt eine wehmütige Rückschau auf seine Präsidentenjahre. Seine persönlichen Highlights: Der Besuch von Bundesrat Johann Schneider-Ammann und Petra Gössi, die nach ihrer Wahl zur Schweizer Parteipräsidentin als Erstes Schaffhausen besucht habe. Ebenfalls in bester Erinnerung sei ein «10 vor 10»-Beitrag über die Bier zapfenden Nationalratskandidaten im Wahlkampf.

 

Auf Wahlerfolge konnte der Ingenieur hingegen nicht zurückblicken. Mit seinem Amtsantritt im Februar 2015 gab die FDP bekannt, wieder nach Bern zu wollen. Das Ziel blieb unerreicht. Der damalige Regierungsrat Reto Dubach konnte sich nicht gegen die bisherigen Ständeräte Hannes Germann (SVP) und Thomas Minder (parteilos) durchsetzen. Ähnlich erging es der Partei im Nationalrat. Auch hier unterlagen ihre Kandidaten Martin Kessler und Florian Hotz den Bisherigen Thomas Hurter (SVP) und Martina Munz (SP).

Geplatzter Traum

Im November 2018 platzte zudem der Traum, den ersten Schaffhauser Bundesrat zu stellen. Der damalige Regierungsrat Christian Amsler schaffte es nicht auf das Zweierticket für die Nachfolge von Johann Schneider-Ammann. Im Zuge des Skandals um die Schaffhauser Schulzahnklinik geriet Amsler unter Druck. Im letzten Herbst wurde er nicht mehr als Regierungsrat bestätigt. Die FDP verlor ihren zweiten Sitz an die SP. Im Kantonsrat büssten die Partei und ihre Jungpartei je einen Sitz ein. «Letzteres bedaure ich besonders», sagte Sonderegger.

Vizepräsident Raphaël Rohner dankte dem Abtretenden für seine ruhige und sachliche Führung der Partei. Es sei bei den Wahlen leider mehr ums Bewahren und Schadenbegrenzen gegangen. Sonderegger habe die Werte der FDP vorgelebt. «Freiheit und Selbstverantwortung spielen eine zentrale Rolle», sagte Rohner mit Verweis auf die aktuelle Lage.

Lobende Erwähnung fand zudem der gesellige Teil in der Ära Sonderegger. Der neue Präsident, die beiden neuen Vorstandsmitglieder – alt Kantonsrat und Bankratspräsident Florian Hotz sowie Matthias Linder von den Jungliberalen – und der Gesamtvorstand wurden einstimmig gewählt. Ebenfalls bestätigt wurde das Sekretariat, wo es schon früher zu einem Wechsel gekommen war. Es ging bereits am 1. Januar von Brigitta Hinterberger an Hans-Peter Meier.

Neben den Personalien verabschiedeten die FDP-Delegierten auch die Jahresberichte und die Rechnung 2020 sowie das Budget 2021. Er sei ihm wichtig gewesen, das Präsidium mit schwarzen Zahlen zu übergeben, so Sonderegger. Am Schluss widmeten sich die Delegierten mit inzwischen klammen Füssen der Diskussion über das nationale CO2-Gesetz, das im Uni an die Urne kommt.

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