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Die Rettung des Mittagstisches B45 bekommt neue Dimensionen: Der städtische Schulreferent Raphaël Rohner und Schulpräsident Christian Ulmer haben die Angelegenheit zur Chefsache erklärt.

von Jurga Wüger

Die guten Nachrichten zuerst: Der Mittagstisch im Jugendlokal B45 hat von Daniel Spitz, Leiter der Dienststelle Sport, Familie und Jugend, mündlich eine Ausnahmegenehmigung bis Ende Jahr in Aussicht gestellt erhalten und muss demzufolge nicht, wie die Pflegekinderverordnung vom 22. Mai 2018 des Kantons verlangt, nach den Sommerferien seine Tore schliessen (siehe SN vom 20. Mai). Auch das Team des B45 bleibt weitgehend bis Ende des Jahres erhalten. Sicher ist je-doch, dass der Koch, Urs Baur, und seine Küchenhelferinnen und -helfer ersetzt werden müssen, weil alle nach den Sommerferien neue Stellen antreten werden. Der städtische Schulreferent und Kantonsrat Raphaël Rohner sagt: «Diese Fristverlängerung gibt uns Luft bis Ende Jahr, um den Mittagstisch B45 vom Sozialreferat ins Bildungsreferat umzusiedeln und ihn der ­Abteilung Kinder- und Jugendbetreuung, anzuschliessen.»

Und die zweite gute Nachricht lautet: ­Raphaël Rohner hat am 28. Mai 2020 einen Vorstoss im Kantonsparlament eingereicht und ersucht darin die Regierung, die ­besagte Pflegekinderverordnung zu korrigieren. Zum einen wird verlangt, dass die Mittagstische nicht die gleichen Anforderungen erfüllen müssen wie Horte und Krippen. Zum anderen sollen Mittagstische kein pädagogisches Konzept auf die Beine stellen müssen, wenn Kinder und Jugendliche dort lediglich ein Mittagsessen zu sich nehmen und eine Pause geniessen.

Schulpräsident Christian Ulmer ergänzt: «Wir haben sofort reagiert, als wir von der drohenden Schliessung erfahren haben. Jetzt suchen wir Referat-übergreifend nach einer passenden Lösung für alle Parteien, weil die Schliessung des Mittagstisches B45 ein fatal falsches Signal aussenden würde.»


Die Mahlzeiten werden teurer

Die schlechten Nachrichten sind: Ein neuer Koch muss gesucht werden, und der Preis pro Mahlzeit wird ab 2021, wenn das neue Konzept umgesetzt ist, nicht bei den bisherigen acht Franken bleiben. Raphaël Rohner geht allerdings auch in dieser Angelegenheit einen Schritt weiter und denkt über einen einheitlichen Preis von 10 bis 11 Franken für alle Mittagstische in der Stadt nach. Er sagt: «Wir sind sehr daran interessiert, für alle Nutzenden ein niederschwelliges Angebot, und zwar auch in ­Bezug auf einen gleichen Preis, auf die Beine zu stellen. Als Bildungsreferent möchte ich zudem betonen, dass die Mittagstische der Stadt zur Gesundheitsförderung viel beitragen können, weil sie helfen zu vermeiden, dass die Jugendlichen für ein kleines Geld Fast Food konsumieren, statt etwas Gesundes zu sich zu nehmen.» Derzeit werden rund 140 Kinder und Jugendliche von den drei städtischen Mittagstischen betreut.


Chancengleichheit wird angestrebt

Das zweite Ziel der Stadt verfolgt Raphaël Rohner auf der gesellschafts- und ­sozialpolitischen Ebene. Es sei wichtig, ­finanziell attraktive und tragbare Angebote für Familien zu generieren und so die Chancengleichheit auch in Bezug auf ein gesundes Mittagsessen zu gewährleisten. Dabei gehe es auch um die von der Wirtschaft geforderte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. «Es ist mir daher unverständlich, dass die Mittagstische den gleichen Anforderungen unterliegen wie die Krippen und Horte, denn wenn diese Anforderung erfüllt werden müssen, schnellt der Preis sofort in die Höhe.»

Stösst sein Vorstoss beim Regierungsrat auf offene Ohren, kann die Pflegekinderverordnung von ihm in Kürze angepasst werden, zugunsten von 37 Familien und 45 Kindern.

«Es gibt schliesslich auch keine Fähigkeitszeugnisse für Grosseltern oder für Mütter und Väter, die zu Hause ihre Kinder verpflegen.»

Raphaël Rohner, Schulreferent und Kantonsrat


Minimale Anforderungen an die Mittagstische bezüglich der Räumlichen und strenge Hygienevorschriften würden ausreichen, so Rohner. «Es gibt schliesslich auch keine Fähigkeitszeugnisse für Grosseltern oder für Mütter und Väter, die ­zu Hause ihre Kinder verpflegen. Ein Koch sowie ein tadelloser Leumund, Erfahrung mit Kindern und Herzblut reichen als Qualifikation aus, um ein gesundes Mittagsessen den Schulkindern zu servieren», so Rohner. «Für einen Mittagstisch braucht es keine sozialpädagogische Ausbildung.»


Elternbewegung wartet auf Resultate

Ein weiterer Pluspunkt des Mittagstisches B45 ist die familiäre Atmosphäre, die dank seiner Begründerin, Ruth Bancroft, und ihrem Team entsteht. Bis Ende dieses Jahres wird es auch so bleiben, weil Ruth Bancroft einen gültigen Vertrag bis zum Januar 2021 hat, und es besteht die Möglichkeit, dass sie auch dem neuen Team ab 2021 vorstehen wird.

Die Abteilungsleiterin bei der Stadt, der die Jugendarbeit untersteht, Simone Piatti atmet ebenfalls auf und schreibt auf Anfrage: «Wir freuen uns natürlich sehr, dass es jetzt doch so aussieht, als würde der Mittagstisch weitergeführt werden – in welcher Form und an welchen Standort auch immer. Wir stehen den neuen Betreibern während der Übergangsphase selbstverständlich gerne unterstützend und beratend zur Seite.»Aber auch die Elternbewegung, welche im Hintergrund ihre Kräfte und Ideen ­mobilisiert hat, kann vorerst aufatmen und abwarten, um gegebenenfalls die Verantwortlichen bei der Stadt auf der Suche nach Lösungskonzepten zu unterstützen. Die betroffenen Familien werden über die ­bereits gefällten Entscheide so schnell wie möglich brieflich informiert, versichert der Schulpräsident Christian Ulmer.

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