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Die Corona-Pandemie hat dramatische Auswirkungen auf die Schaffhauser Kulturszene. Die öffentliche Hand arbeitet mit Hochdruck an Lösungen zur Abfederung.

von Daniel Jung

Der Bundesrat hat private und öffentliche Veranstaltungen, einschliesslich Kultur- und Sportveranstaltungen sowie Vereinsaktivitäten, vorläufig grundsätzlich verboten. Nur mit einer weitgehenden Minimierung von Menschenansammlungen könne die weitere Verbreitung des Coronavirus effizient eingedämmt werden, so die Begründung. Deshalb finden in Schaffhausen derzeit keine Konzerte statt, die Kinos sind zu, Theater bleiben leer, Partys wurden abgesagt und Zirkus oder Vernissagen aus der Agenda gestrichen. Das öffentliche Kulturleben steht praktisch still.

Vor diesem Hintergrund hat sich der Schaffhauser Kulturförderverein Contempo mit einem Schreiben an seine Mitglieder gewendet. Der Vereinsvorstand schreibt: «Das Veranstaltungsverbot trifft die Kulturszene hart.» Viele Künstler, ­Veranstalter und Angestellte von Kulturbetrieben seien ab sofort arbeitslos und ohne Einkommen. Deshalb gelte es nun, zu handeln. «Damit wir nach dieser Krise wieder ein lebendiges Kulturleben geniessen können, braucht es Kulturförderung – jetzt mehr denn je.» Contempo brauche deshalb dringend mehr Mitglieder, Gönner, Spender, damit der Verein in dieser Notsituation bessere Unterstützung leisten könne. Der Verein kündigt an, jeden Beitrag direkt an die Schaffhauser Kulturszene weiterzugeben – und das schnell und unkompliziert.


Kurzarbeit bei der Kammgarn

Contempo-Präsidentin Angelika Dreher arbeitet selbst als freie Lichtdesignerin und Künstlerin. Sie weist darauf hin, dass die Folgen für die Kulturschaffenden und Mitarbeiter von Kulturbetrieben sehr unterschiedlich seien. Ein grösserer Betrieb wie das Kulturzentrum Kammgarn könne die Krise wohl ein Stück weit ab­federn. «Die Kammgarn hat inzwischen den Antrag auf Kurzarbeit gestellt», sagt Dreher. Bewilligt sei dieses Gesuch aber noch nicht. In der Kammgarn wurden sämtliche Veranstaltungen im März und April abgesagt.

Unübersichtlich präsentiere sich die Lage für kleinere Betriebe und selbstständige Kulturschaffende. «Sie stehen im Moment vor einer riesigen Unsicherheit», sagt Dreher. Im Vergleich zu einem Coiffeurgeschäft, das derzeit ebenfalls keinen Umsatz macht, könnten etwa Musiker nur schwer berechnen, welche Verluste sie durch das Veranstaltungsverbot erleiden – sind ihre Einkünfte doch unregelmässiger.

Dem Contempo-Förderverein gehe es mit dem Aufruf um die Solidarität mit der Kultur. «Wir können sehr unbürokratisch und schnell entscheiden», sagt Dreher. Eine allfällige Unterstützung durch den Verein würde über Anträge erfolgen, die der Vorstand beurteilt. «Wir möchten dort unterstützen, wo die Situation prekär ist.»


Viele Einzelexistenzen bedroht

Vom Staat erwartet Dreher nun schnelle und unbürokratische Entscheide, um die Kulturschaffenden und -betriebe zu unterstützen. Sie sagt: «Es braucht Unterstützung, damit das Kulturleben weiterbestehen kann.» Im Schaffhauser Kulturleben leisteten viele Personen im Stundenlohn oder ohne Anstellungsverhältnis einen wichtigen Beitrag. «Das war schon immer sehr risikobehaftet», sagt Dreher. Deshalb seien im Moment viele Einzelexistenzen in der Kulturszene bedroht. «Angst ist leider auch etwas wahnsinnig Ansteckendes.» Man könne im Moment nur darauf hoffen, dass die Politik die richtigen Schritte einleite, damit freischaffende Künstler nicht zwischen Stühle und Bänke fielen.


Keine grossen Reserven

«Die Situation trifft die Kulturschaffenden und Kulturinstitutionen mit voller Härte», sagt Roland E. Hofer, Kulturbeauftragter des Kantons Schaffhausen. Viele kulturellen Institutionen und Kulturschaffenden verfügten über keine grossen finanziellen Reserven – wie andere KMU auch. Deshalb könnten nun sehr schnell ernste wirtschaftliche Notlagen entstehen. «Wir sind im Moment mit Hochdruck daran, Massnahmen zu treffen, um das nach Möglichkeit abzufedern», sagt Hofer mit Blick auf Bund, Kantone und Gemeinden. Schon heute fälle der Bundesrat hier einen wichtigen Entscheid. Am nächsten Dienstag werde das Thema im Regierungsrat diskutiert. Der Kanton habe bereits verschiedene Anfragen von selbstständigen Kulturschaffenden erhalten, die wegen der Corona-Krise sofortige Einkommensausfälle aufweisen. «Es müssen jetzt möglichst rasch möglichst gute Lösungen gefunden werden», sagt Hofer.

«Es müssen jetzt möglichst rasch möglichst gute Lösungen gefunden werden.»

Roland E. Hofer, Kulturbeauftragter Kanton Schaffhausen

Auch der städtische Kulturreferent Raphaël Rohner ist sich der schwierigen Situation in der Kulturszene bewusst. Er hat bereits einen Antrag für Sofortmassnahmen im Bereich der Kulturförderung für die nächste Sitzung des Stadtrats am Dienstag vorbereitet. «Es geht dabei um eine kulante Auszahlung von zugesicherten Geldern», sagt Rohner. Auch die Stadt wolle in diesem schwierigen Umfeld einen Beitrag leisten an das wirtschaftliche Überleben der Kulturschaffenden und der Kulturanbieter, betont Rohner.

Contempo-Präsidentin Angelika Dreher ist davon überzeugt, dass Künstler und Kulturschaffende in dieser Krise eine wichtige Rolle spielen könnten. «Die Kultur ist ein Kreativ-Motor der Wirtschaft», sagt sie. In Kunst und Kultur würden Lösungsansätze entwickelt, die sich von jenen der Wirtschaftsfakultäten unterscheiden. «Das ist auch eine Chance.» Dennoch brauche es nun auch die Unterstützung von Privaten und vom Staat.

Wird die Corona-Krise nun zum wichtigen Thema auch in der Kunst? «Das ist noch schwierig abzuschätzen», sagt Dreher. Es brauche wohl eine gewisse Auseinandersetzung mit dieser speziellen Situation. «Es ist eine Zeit, die sehr viele Gedankenprozesse anregt.» Auch sie befasse sich stark mit den Nachrichten zum Coronavirus, mit den Medien und den Diskussionen, die derzeit geführt werden.


Klima-Ausstellung abgesagt

Dreher selbst hatte gerade eine Ausstellung in Zürich vorbereitet, die am Sonntag hätte eröffnet werden sollen. Es ging dabei um das Klimathema. Geplant war, dass die Klimajugend ein Büro in den Ausstellungsräumen bezieht. «Das ist alles abgesagt», erklärt Dreher. Der Contempo-Förderverein hätte in diesen Tagen eigentlich die Einladungen für die Generalversammlung und das Contempo-Fest verschicken wollen. Die Durchführung der Generalversammlung ist in der aktuellen Situation allerdings nicht möglich. Diese soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Der 13. Juni bleibt als Termin für das Fest vorerst bestehen. «Die Durchführung ist jedoch noch nicht gesichert», schreibt der Vorstand.

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