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Aktuell läuft die zweite Umfrage, bei der Eltern Angaben zu den Deutschkenntnissen ihrer Kinder machen. Für die frühe Deutschförderung soll nun auch stärker auf Tagesstätten gesetzt werden.

von Daniel Jung

Das Ziel der Stadt Schaffhausen ist es, dass möglichst alle Kinder beim Eintritt in den Kindergarten die deutsche Sprache verstehen und sprechen können. Dies soll die Chancengleichheit erhöhen sowie Kindergärten und Schulen entlasten. «Die Sprache ist der Schlüssel zur Gesellschaft», sagte Bildungsreferent Raphaël Rohner gestern an einer Pressekonferenz, bei welcher Zwischenergebnisse des Pilotprojekts «Frühe Deutschförderung» vorgestellt wurden.

«Die Sprache ist der Schlüssel zur Gesellschaft.»

Raphaël Rohner, Bildungsreferent, Stadt Schaffhausen

Bereits im November 2014 hatte der Grosse Stadtrat zehn Massnahmen zur Frühen Förderung verabschiedet. Im April 2018 bewilligte das Parlament dann einen Kredit von 580'000 Franken für das Pilotprojekt zur Frühen Deutschförderung – eine der zehn Massnahmen.


Die meisten Eltern machen mit

Im Januar 2019 wurde dann erstmals eine sogenannte Sprachstanderhebung durchgeführt. Dafür wurden insgesamt 334 Haushalte in der Stadt angeschrieben, in denen Kinder leben, die im Sommer 2020 in den Kindergarten kommen. Die Eltern wurden gebeten, einen Bogen mit 18 Fragen zu den Deutschkenntnissen ihrer Kinder auszufüllen. Die Rücklaufquote lag bei 91 Prozent. «Wir waren sehr zufrieden mit dem Rücklauf», sagte Kathrin Borer, Projektleiterin Frühe Deutschförderung der Stadt Schaffhausen, gestern.

Von 304 eingegangenen Fragebögen konnten 294 ausgewertet werden – 10 waren nicht richtig ausgefüllt. Diese Auswertung erfolgte durch Psychologen der Uni Basel. Bei 108 Kindern (37 Prozent) wurde ein Sprachförderbedarf festgestellt. Knapp die Hälfte dieser Kinder, nämlich 47, verfügte zum Erfassungszeitpunkt über keine oder fast keine Deutschkenntnisse. «Dabei geht es nicht um Störungen bei der Sprachentwicklung, sondern um fehlende Deutschkenntnisse», betonte Rohner. 186 Kinder (63 Prozent) verstehen und sprechen gemäss Auswertung genügend gut Deutsch.

Früher wären die Kinder mit Deutsch-Förderbedarf frühestens ab dem Kindergarten in den DaZ-Unterricht (Deutsch als Zweitsprache) geschickt worden. Im Rahmen des Pilotprojekts wurden die Eltern nun dazu ermuntert, ihre Kinder in eine Sprachförder-Spielgruppe zu schicken. Aufgrund der Empfehlungen verzeichneten die ausgewiesenen Sprachförderinstitutionen im Anschluss vermehrt Anmeldungen, wie Borer erklärte.

Genaue Zahlen darüber, wie viele der Kinder mit Förderbedarf allerdings zusätzlich eine Spielgruppe besuchen, liegen allerdings nicht vor. Aus Datenschutzgründen dürfen diese bisher noch nicht erhoben werden. «Es fehlt hier noch die gesetzliche Grundlage», sagte Rohner. Eine entsprechende Verordnung soll nach Abschluss des Pilotprojekts im Jahr 2022 erstellt und dem Parlament vorgelegt werden. Dann könnte allenfalls auch ein Obligatorium für den Besuch der Sprachförder-Massnahmen eingeführt werden.

Für die Eltern der 108 Kinder mit Förderbedarf wurde im letzten Mai ein Informationsabend durchgeführt. Dieser wurde allerdings nur von 15 Familien besucht. «Das waren sehr wenige», sagte Borer. Jedoch seien die Eltern, die zum Anlass kamen, motiviert und begeistert gewesen. «Auch hier gibt es noch keine Rechtsgrundlage, um einen solchen Anlass obligatorisch zu erklären», sagte Rohner. «Wir erwarten aber, dass die Eltern partizipieren.»

Im August 2020 treten die ersten Kinder aus dem Deutschförderprogramm in den Kindergarten ein. Die Stadt Schaffhausen rechnet bis Ende Jahr mit ersten Rückmeldungen seitens der Lehrerschaft.

Im Pilotprojekt war ursprünglich vorgesehen, dass Kinder mit Förderbedarf an zwei Halbtagen pro Woche eine Spielgruppe mit dem Fokus auf Sprachförderung besuchen. Dies wurde in Anlehnung an die Praxis in Basel so beschlossen. «Es ist fraglich, ob die Spielgruppe die beste Institution ist für die frühe Deutschförderung», sagte Borer. Die alltagsintegrierte Sprachförderung könne in Kindertagesstätten aufgrund der längeren Betreuungszeiten wohl besser umgesetzt werden. Deshalb wird ein Schwerpunkt des Projekts im Jahr 2020 der Ausbau von Förderplätzen in Kindertagesstätten sein.

Der Besuch einer Kindertagesstätte im Umfang von rund zwei Tagen pro Woche sei besonders erfolgversprechend für den Spracherwerb, sagte Rohner. Wichtig sei dabei auch eine gute Durchmischung: Wenn in einer Spielgruppe fast ausschliesslich fremdsprachige Kinder betreut würden, finde die Kommunikation untereinander kaum auf Schweizerdeutsch statt. «Kinder lernen jedoch sehr viel auch untereinander», sagt Borer.


Bereits läuft die zweite Erhebung

Seit Januar läuft nun bereits die zweite Sprachstanderhebung. Angeschrieben wurden diesmal die Eltern derjenigen Buben und Mädchen, die im Sommer 2021 in den Kindergarten kommen. 340 Fragebogen wurden versandt. «Wir haben bereits knapp 90 Prozent Rücklauf», sagte Borer. Erste Zahlen und Erkenntnisse daraus werden gegen Mitte Jahr erwartet.

Daneben untersucht derzeit eine externe Firma die Rolle der Spielgruppen in der Stadt Schaffhausen. Dies soll über zukünftige Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten Aufschluss geben. «Es geht dabei nicht um Zweifel an der Qualität», betonte Borer. Es gebe sehr gute Spielgruppen in der Stadt.

Neben der jährlichen Sprachstanderhebung und den Fördermassnahmen bilden die Elternbildung und die Weiterbildung des Fachpersonals die Grundpfeiler des Pilotprojekts. So läuft zwischen Februar und Juni erneut ein Weiterbildungspaket mit Fachleuten der Pädagogischen Hochschule St. Gallen. Hier erhalten die Mitarbeiter von vier Kindertagesstätten mit subventionierten Betreuungsplätzen ein Praxis-Coaching im Bezug auf die Sprachförderung.

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