Schaffhauser Nachrichten: Ja zur Sanierung des «Freudenfelses»

30. November 2022

Der Grosse Stadtrat stellte sich am Dienstag klar hinter die Vorlage zur Sanierung der Liegenschaft Freudenfels....

In der Stadt Schaffhausen können 37 Prozent der zwischen zweieinhalb- und dreieinhalbjährigen Kinder ungenügend Deutsch, die Hälfte der Kinder beherrscht gar keine Sprachkenntnisse.

von Dario Muffler

Wenn Kinder in den Kindergarten kommen, ohne Deutsch zu können, stellt das sowohl das Kind als auch die Lehrperson vor Herausforderungen. Im Schnitt mussten in den vergangenen Jahren zwischen 35 und 49 Prozent der Kinder deshalb das Fach Deutsch als Zweitsprache – kurz DaZ – besuchen. Erstmals führte die Stadt Schaffhausen im Januar eine Sprachstanderhebung bei Kindern im Spielgruppenalter durch. Nun zeigen die Resultate, dass 37 Prozent der zweieinhalb bis dreieinhalb Jahre alten Mädchen und Knaben Förderbedarf in Deutsch haben. Von diesen 108 Kindern verfügt knapp die Hälfte über nahezu keine Deutschkenntnisse und scheine «mit der deutschen Sprache noch nicht oder kaum in Kontakt gekommen zu sein», schreibt die Stadt in einer Mitteilung.

Die Sprachstanderhebung erfolgte im Januar 2019. Angeschrieben wurden insgesamt 334 Familien. Der Rücklauf der Fragebögen betrug rund 90 Prozent. «Damit sind wir sehr zufrieden», sagt Kathrin Borer, Projektleiterin Frühe Deutschförderung. Die Auswertung der Fragebögen erfolgte an der Fakultät für Psychologie der Universität Basel.

Die Stadt sprach für alle Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen erstmals eine Förderempfehlung aus. Damit profitieren diese Kinder ab August von subventionierten Sprachförderplätzen. Den Eltern wurde geraten, ihre Kinder an mindestens zwei Tagen in der Woche in einer auf Sprachförderung spezialisierten Kindertagesstätte oder Spielgruppe anzumelden.

Neben der erwähnten Sprachförderung für die Kinder steht die Elternbildung im Fokus der integrativen Bestrebungen, sagt Borer. Dazu wurde Ende Mai ein Informationsabend für Eltern organisiert. «Die Teilnehmerzahl war zwar bescheiden», so die Projektleiterin. «Die anwesenden Eltern waren aber sehr interessiert und konnten sich mit Vertretern von Kindertagesstätten und Sprachförderspielgruppen austauschen.»

Die Kindertagesstätten und Spielgruppen würden aufgrund der Empfehlungen bereits vermehrt Anfragen von fremdsprachigen Familien erhalten, bestätigt Borer. Genaue Zahlen zu erfolgten Anmeldungen seien zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht verfügbar.


Rechtliche Grundlage schaffen

Das Frühförderprojekt der Stadt soll den Kindern den Eintritt in den Kindergarten erleichtern und somit auch die Lehrpersonen und Klassen entlasten. «Kinder, die kein Deutsch können, belasten einerseits das System», sagt Bildungsreferent Raphaël Rohner. «Andererseits haben sie auch keinerlei Chancen, später beruflich erfolgreich zu sein.»


Vorlage am Ende der Pilotphase

Die Programmteilnahme ist für die Familien vorerst freiwillig. Die Stadt rechnet in den nächsten Jahren mit einer wachsenden Nachfrage an Sprachförderplätzen. Dies hat möglicherweise die Überarbeitung des aktuellen Subventionsmodells für Spielgruppen zur Folge. Zurzeit prüft die Stadt mithilfe einer externen Beratungsstelle mögliche Varianten. «Mein Ziel ist zudem, eine rechtliche Grundlage zu schaffen, um die Eltern zur Teilnahme verpflichten zu können», sagt Rohner.

Erste Erkenntnisse über die Wirkung der Fördermassnahmen werden im Herbst 2020 erwartet, wenn die ersten Kinder aus dem Sprachförderprogramm den Kindergarten besuchen. Das Pilotprojekt wurde im April 2018 durch den Grossen Stadtrat genehmigt und läuft bis Ende 2022. Danach wird, gestützt auf eine Evaluation, eine Verordnung erarbeitet und dem Parlament vorgelegt. «Es besteht ein grosser Handlungsbedarf», so Rohner. Das Projekt sei bildungs- und gesellschaftspolitisch als sehr wichtig einzustufen. 

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