Schaffhauser Nachrichten: Reservetöpfe geraten unter Beschuss

22. Juni 2022

Die Politik schaffte in den letzten Jahren Geldtöpfe für ganz verschiedene zukünftige Vorhaben und Situationen. Nun...

Am Samstag wurde das Bachschulhaus nach zweieinhalb Jahren Renovationsarbeiten mit einer fröhlichen, vielseitigen Feier eingeweiht – mit «Brot und Spielen».

von Ulrich Schweizer

Das Bachschulhaus liegt bescheiden eine topografische Etage tiefer als die Kanti, die auf dem Emmersberg thront. Bescheiden, aber durchaus selbstbewusst – erinnert es doch an ein Grand Hotel oder eine Kaserne en miniature, und belegt damit die Bedeutung, die man der Bildung der Mädchen vor 150 Jahren hierzulande beimass. In diesem Bildungstempel wurde mit Raum nicht geknausert: luftig die Eingangshalle, breit die Treppen, hoch die Räume – im «Sem-perischen Styl», wie das «Intelligenzblatt» im Juli 1866 schrieb. Man fühlt sich wie im alten Hauptgebäude der ETH, bevor dort Zwischengeschosse eingebaut wurden – und tatsächlich war der Schaffhauser Stadtbaumeister Johann Gottfried Meyer, der das Bachschulhaus baute, ein Schüler von Gottfried Semper, dem Architekten des eidgenössischen Polytechnikums, das 1864 eröffnet wurde.


Renovation und Schulbetrieb parallel

Getreu dem Motto «Bach im Fluss» weist ein blauer Bach auf dem Gangboden den Weg durch die Schaffhauser «Meitlirealschule». Er ist von allerlei Getier bevölkert, das die Schülerinnen und Schüler des Bachschulhauses fantasie- und liebevoll gemalt haben. Der Bach führt zu den Klassenzimmern und in die frisch renovierte Aula. Dort umrahmt der Schulchor unter der Leitung von Christian Ebersberger die Ansprachen, beginnend mit einer Schulhaushymne, die Sarah Baumgartner aus Hemmental verfasst hat, und schliessend mit «Blos e chliini Stadt» von Dieter Wiesmann.

«Wir durften als erster Bubenjahrgang die schöne Kultur einer Höheren Töchterschule geniessen.»

Raphaël Rohner, Bildungsreferent der Stadt

Schulvorsteher Markus Brütsch begrüsst die Stadschulratspräsidentin Katrin Huber, die Ephorin Angela Penkov, den städtischen Bildungsreferenten Raphaël Rohner und Christian Amsler, den Vorsteher des kantonalen Erziehungsdepartements, sowie unzählige Ehemalige und eine grosse Schar der rund 160 gegenwärtigen Schülerinnen und Schüler. Diese haben Tanz, Theater und Spiele vorbereitet, die zeigen, dass in einem alten Schulgebäude moderner Unterricht möglich ist. «Zweieinhalb Jahre dauerte die Renovation, der Schul­betrieb lief parallel», hält Brütsch fest. Das erforderte Kompromisse und Geduld – von Lehrerschaft, Schülern und Handwerkern.


Koedukation und Blue Jeans

«Vor 49 Jahren sass in dieser Aula ein kleiner, eher scheuer Junge mit neuer, schwarzer Mappe und einer Bügelfaltenhose», erinnert sich Stadtrat Raphaël Rohner. «Die ‹Meitlireal› war ein Schulhaus mit viel Seele und Herz, im Gega, der ‹Buebereal› herrschte ein anderer Ton. Als in den Sechzigerjahren die Koedukation auch in Schaffhausen Einzug hielt, durften wir als erster Bubenjahrgang die schöne Kultur einer Höheren Töchterschule geniessen.» In den Siebzigerjahren habe sich eine junge Lehrerin erlaubt, in Blue Jeans zu unterrichten: «Da sahen manche den Untergang des christlichen Abendlandes voraus – ich hätte auch gerne Jeans getragen … Wir dürfen stolz sein, dass vor 150 Jahren für unsere Jugend vorbildlich und nachhaltig gebaut wurde. Auf weitere 150 Jahre, wir werden alle wieder dabei sein, oder?»

«Das bedeutendste klassizistische Bauwerk der Stadt ist ein Schulhaus, ein lebendiges, belebtes Denkmal», so Lukas Wallimann von der Denkmalpflege. «Raum, Luft und Licht wurden als Bedürfnisse der Gegenwart und der Zukunft erkannt.»

Nach einer Grussbotschaft der Nachbarn vom Gega-Schulhaus, die darauf hinweisen, dass auch die «Correspondenzkarte» dieses Jahr ihren 150. Geburtstag feiert, streift man durch die Gänge und Zimmer, geniesst Darbietungen oder setzt sich ins Festzelt, um Erinnerungen auszutauschen.

 

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