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Gestern fand im Museum zu Allerheiligen die Vernissage zur Ausstellung «Ausgezeichnet» statt. 260 Personen erwiesen dem zu wenig bekannten Karikaturisten, der von 1946 bis 2012 lebte, die Ehre und schmunzelten im Wechselsaal über die unverwechselbaren Figuren mit langer Nase und bloss drei Haaren.

von Alfred Wüger

Der Schaffhauser Karikaturist Hansjörg Schweizer starb im Jahre 2012 und ist dennoch in Stadt und Land unvergessen. Dies zeigte gestern Abend nicht zuletzt der Aufmarsch von 260 Personen, die an der Vernissage zur Ausstellung «Ausgezeichnet» im Museum zu Allerheiligen bei schönstem Wetter auf im Pfalzhof aufgestellten Stühlen Platz nahmen, um den verschiedenen Reden und Grussworten zu lauschen.


Ein augenzwinkernder Begleiter

Den Anfang machte Stadtrat Raphaël Rohner, der den Karikaturisten als «kritischen, ironischen, augenzwinkernden Wegbegleiter» bezeichnete. Damit spielte er natürlich auf die 40 Jahre lang in den «Schaffhauser Nachrichten» erscheinenden Cartoons unter dem Titel «Vergnügt in die Woche» an. Immer wurde ein philosophischer Spruch oder einfach auch ein geflügeltes Wort so illustriert, dass man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte. Und im Grunde bis heute nicht kann.

Die Qualität Hansjörg Schweizers, so Rohner, liege nicht zuletzt darin, dass man den Schluss aus den Zeichnungen stets ­selber zu ziehen habe. Es gelte darum, «eine bedeutende Persönlichkeit von sprichwörtlicher Bescheidenheit» zu würdigen: «Hansjörg Schweizer hat Schaffhausen ­stärker geprägt, als ihm lieb war.»


Nachlass nun am richtigen Ort

Museumsdirektorin Katharina Epprecht dankte anschliessend der Sturzenegger-Stiftung, die die aktuelle Ausstellung sowie auch den Katalog von Kompendiumstärke vollumfänglich finanziert habe. Dann gab sie das Wort an die Präsidentin der ­Stur­zenegger-Stiftung und Kuratorin der ­«Ausgezeichnet»-Ausstellung, Hortensia von Roda, weiter, der es dann oblag, Martin Schweizer, dem Bruder des Künstlers, zu danken, der dem Museum zu Allerheiligen gut 2000 Originalzeichnungen geschenkt hat. «Ohne ihn hätten wir diese Ausstellung nicht machen können.»

Hortensia von Roda wies auf den geringen Platz hin, den diese Zeichnungen einnehmen. «Sie haben Platz in einer mittelgrossen Kartonschachtel», sagte sie und fügte hinzu: «Bei uns im Museum sind diese Werke jetzt am richtigen Ort. Hier werden sie fachgerecht gelagert und für die Nachwelt erhalten.»

Hortensia von Roda beschrieb in ihrer Ansprache das Werk von Hansjörg Schweizer und hob dessen grosse Eigenständigkeit hervor. Merkmal seiner Figuren sind die überlange Nase und eine charakteristische Männerfrisur von drei aufstehenden Haaren. Hansjörg Schweizer habe zwar Tomi Ungerer sehr geschätzt, und dieser habe ihm auch einmal eine seiner Zeichnungen geschenkt, aber das habe eben nie zu einer Beeinflussung geführt.


Spiessbürger befeuern den Humor

Nach dem Hinweis auf das oft spiessbürgerliche Setting, an dem der schweizersche Humor sich entzündet und in dem er sich dann zu wirken anschickt, verwies Hortensia von Roda auf die Ausstellung selbst. «Karikaturen sind fast immer selbsterklärend», sagte sie und stieg nicht auf Interpretationen ein, sagte aber noch dies: ­«Humor soll man in verträglichen Dosen zu sich nehmen, dafür immer wieder.» Hansjörg Schweizer zeichnete bisweilen auch für den «Tages-Anzeiger», für «Meyers Modeblatt», für das «Gelbe Heft», aber – so die Kuratorin – nie für das sogenannt führende Organ der Schweizer Satire, den «Nebelspalter». Er habe sich auch nicht darum bemüht. «Er wollte zeichnen, das war alles.» Dann zog sie eine Parallele zum grossen Honoré Daumier, der wie Hansjörg Schweizer 40 Jahre lang Zeitungen bediente. «Daumier allerdings», so von Roda, «wollte im Grunde mehr, er wollte Maler sein, Hansjörg Schweizer war es wohl als Karikaturist.»


Die Regierung war nicht da

Anwesend waren Roman Schweizer, der Sohn des Karikaturisten, mit seiner Familie, und unter der grossen Schar der Gäste, die sich dann im Wechselsaal schmunzelnd und fachsimpelnd die Exponate zu Gemüte führten, konnte man auch Gérard Seiterle, alt Museumsdirektor, das Politikurgestein Charles Gysel, alt Stadtpräsident Thomas Feurer, um nur diese zu erwähnen, sehen. Die Regierungsräte indes glänzten durch Abwesenheit. Dieser Umstand hätte Hansjörg Schweizer ganz bestimmt zu einer Zeichnung inspiriert.

«Humor soll man in verträglichen Dosen zu sich nehmen, dafür aber immer wieder.» Hortensia von Roda Kuratorin der Ausstellung «Ausgezeichnet» zum Werk des Karikaturisten Hansjörg Schweizer
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